Greenkeeper-Aufgaben im Wandel: Aus “Rasen mähen” wird “Pflegemanagement”

In der Golfplatzpflege hat sich die Rolle des Greenkeepers in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Dies ist ein Ergebnis der gestiegenen Ansprüche an die Qualität der Platzpflege und damit des Platzzustandes. Ermöglicht durch die Einführung der Greenkeeper-Fortbildung konnten immer mehr “Platzpfleger” den steigenden Anforderungen durch entsprechende fachlich qualifizierte Arbeit Rechnung tragen.

Greenkeeper-Aufgaben im Wandel: Aus “Rasen mähen” wird “Pflegemanagement”

Greenkeeper-Aufgaben im Wandel: Aus “Rasen mähen” wird “Pflegemanagement”

Tatsächlich werden heute vom verantwortlichen Greenkeeper – in Deutschland in der Regel die Position “Head-Greenkeeper” – nicht mehr nur handwerkliche Fähigkeiten und fachliches Wissen vorausgesetzt, sondern besonders Managementqualitäten verlangt.

Die Natur bzw. das Wetter bestimmen noch immer, in wie weit unser Greenkeeperteam die gestellten Aufgaben umsetzen kann. Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen gehören die Faktoren Wasser, Luft und maßvolles Düngen für die auf dem Golfplatzgelände vorkommenden Bodenstrukturen. Dazu gehört natürlich auch der umfangreiche Maschinenpark.

Jede Pflegemaßnahme ist mit einer Einschränkung des Spielbetriebs verbunden. Pflege beschränkt sich dabei nicht nur auf das tägliche Mähen der Grüns oder das regelmäßige Mähen von Vorgrüns, Abschlägen, Fairways und Semiroughs.

Vielmehr sind für die Regeneration der Rasennarbe eine Reihe weiterer Maßnahmen erforderlich.

Diese Regenerationsmaßnahmen werden um so wichtiger, je intensiver die Golfanlage oder Teile von ihr genutzt werden und je ungünstiger die Witterungsbedingungen auf der Anlage sind.

Für das Erhalten und Nutzen bzw. für das Bespielen der Rasenflächen ist unter anderem eine ausreichende Durchlässigkeit der Rasennarbe für Wasser eine wichtige Voraussetzung. Die häufige Belastung einzelner Spielelemente einer Golfanlage, insbesondere der Abschläge und Grüns, führen aber zu Verdichtungen des Bodens. Daneben bilden Rasengräser – bedingt durch die natürliche Bildung neuer Triebe – einen permanenten Filz. Rasenfilz ist organisches Material, dass sich verstärkt auf den Golfgrüns bildet. Diese Filzschicht, die aus abgestorbenen Grastrieben und Wurzeln besteht, führt bei Nässe zu weichen Grüns (oft Ursache für langsame Grüns) und wirkt wie ein Schwamm, der eine gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens verhindert.

Dies wiederum hat zur Folge, dass diese Rasenflächen anfälliger gegen Pilzbefall sind. Die Wurzeln wachsen nicht in den Boden, sondern breiten sich nur in einer flachen, oberen Schicht aus. Somit wird die Wasser- und Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Schichten noch weiter vermindert.

Um die Bildung derartiger Filzauflagen zu verhindern, müssen insbesondere die Grüns regelmäßig vertikutiert und aerifiziert werden.

Beim Vertikutieren wird das organische Material mit rotierenden Messern vertikal durchschnitten und anschließend entfernt. Da das Wachstum der Gräser in den Monaten April bis Juli am stärksten ausgeprägt ist, ist in diesen Zeiten ein häufigeres Vertikutieren empfehlenswert.

Beim Aerifizieren, dem Belüften des Bodens durch Einbringen von Löchern, wird die Rasentragschicht mechanisch, meist mit sogenannten Hohlstacheln (Hohlspoons) gelockert. Dabei werden Erdkerne (Cores) ausgestochen, die zunächst auf der Rasenoberfläche verbleiben. In einem zweiten Arbeitsgang – entweder mechanisch oder von Hand – werden sie dann abgeräumt. In der Praxis wird diese Maßnahme zwei bis drei Mal pro Jahr auf den Grüns und Abschlägen durchgeführt.

Das anschließende Besanden der ausgestochenen ca. 5 bis 12 cm tiefen Löcher (ca. 400 Löcher pro m²) dient dem Verfüllen der entstandenen Hohlräume. Bei dieser wiederum mit Spezialmaschinen durchgeführten Maßnahme ist große Sorgfalt ebenso entscheidend wie die Wahl der richtigen Sandqualität. Anderenfalls kann der gewünschte Erfolg ausbleiben. Mit einer rotierenden Spezialbürste wird der Sand mehrfach eingeschleppt, bis alle Löcher vollständig mit Sand gefüllt sind. Wichtig ist hierbei, dass der Sand auf den Grüns abtrocknen kann, da sich nur trockener Sand in die ausgestochenen Löcher verfüllen lässt; d.h., dass diese Maßnahmen nur bei trockener Witterung durchgeführt werden kann.

Mit all diesen Regenerationsmaßnahmen wird der Rasenfilz verringert, das Luft-/Wasserverhältnis im Boden verbessert und dadurch die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber Nährstoffmangel, Trockenstress und Krankheitsbefall verbessert.

Alle der o.a. Maßnahmen haben nur ein Ziel: Wir Golfspieler sollen einen möglichst optimalen und fairen Platz vorfinden.

– Der Platzausschuss –

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