Spannendes ProAm in El Gouna
El Gouna (st.m.). Die erfolgreiche Auslands-Pro-Am-Serie wird nunmehr seit 2003 ausgetragen, also bereits zum siebten Mal. Dieses Jahr hat es zehn Teams unter der Führung ihrer Professionals nach El Gouna im wunderschönen Ägypten verschlagen, wo die Plätze im El Gouna Resort (1. und 4. Runde) und im Makadi Golf Resort (2. und 3. Runde) gespielt wurden.
Nach einem gelungenen Begrüßungsabend gingen die zehn Teams am nächsten Morgen auf die Proberunde im El Gouna Resort, und alle waren total zufrieden, vor allem, weil man seit Monaten mal wieder im Polohemd und auf Sommergrüns spielen konnte.
Am darauf folgenden Tag begann dann das Turnier mit der ersten Runde, die durch die Brutto-Titelverteidiger Rick Kadge und seinem Team mit Owen Borchhardt, Max Lünne und Tony Kadge eröffnet wurde. Danach folgten vier weitere Teams in der Klasse I, bevor dann die Klasse II, die ebenfalls mit fünf Teams besetzt war, ins Turnier startete, in der auch die Titelverteidiger des Netto-Wanderpokals antraten, das Team von Fabian Ochse mit den Amateuren Cord Rathert, Nicole Hartmann-Rathert und Ekkehard Stier. In der Klasse I ging es so spannend zu wie schon lange nicht mehr. Nach dem ersten Tag führte zweimal eine „67“, gefolgt von drei 68er Runden, so dass das Fünfer-Feld dicht beisammen lag. In der Kasse II, bei der es mehr ums Netto ging, setzten sich gleich die Teams Fabian Ochse und Andrew Clark mit Annette und Burkhardt Wolters sowie Janna Panne ein wenig vom Feld ab, mit Runden von 54 und 53 Netto-Schlägen.

So sehen Sieger aus (v.l.): Dirk Kemmer, Dr. Gary Klaft, Klaus-Peter Vollrath und Helmut Rosbach
Die zweite Runde wurde auf dem Makadi Golfplatz gespielt, einem wunderschönen Platz, der von den hinteren Abschlägen mit einer Gesamtlänge von fast 7 000 m ein ganz schönes Monster war. In der zweiten Runde präsentierte sich der Platz von seiner friedlich schönen Seite, es war beinahe windstill, und die Sonne schien angenehm auf die Teilnehmer herab. Unter diesen Bedingungen brachten alle Teams hervorragende Scores nach Hause, angeführt von zwei 66er Runden durch die Teams Rick Kadge und Klaus-Peter Vollrath mit Dirk Kemmer, Dr. Gary Klaft und Helmut Rosbach, die sich damit auch vom Feld absetzen konnten.
Durch solche Ergebnisse beflügelt, verabschiedeten sich die Teams in einen sonnigen und erholsamen freien Tag. Der war auch dringend nötig, denn niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, was in der dritten Runde auf das Teilnehmerfeld wartete. Denn die stand ganz im Zeichen des Windes. Ein konstant böiger Wind von um die 70 km/h wehte während der gesamten Runde und machte das Spiel sehr schwer. Durch den in der Wüste aufgewirbelten Sand war es teilweise fast nicht möglich, das vor einem spielende Team zu sehen. Dennoch war es eine sehr schöne und lehrreiche Erfahrung, bei derartigen Wetterverhältnissen zu spielen. Ich denke, dass jeder, der an diesem Tag mitgespielt hat, zukünftig höchsten Respekt haben wird vor den Ergebnissen, die zum Beispiel bei einer British Open unter solchen Windverhältnissen erzielt werden.
Trotzdem wurde hervorragendes Golf gespielt, und die Tagesbestleistung kam vom Team Rick Kadge, das sich mit 71 Schlägen in der Gesamt-Bruttowertung der Klasse I einen Vorsprung von zwei Schlägen erkämpft und bis dahin dreimal das beste Tagesergebnis gespielt hatte. Bei der Netto-Wertung in der ersten Klasse lag das Team Joachim Wittmann mit vier Schlägen souverän vor dem Team Ralf Berhorst mit Alexander Nowiczki, Arnim Kunzenbacher und Christian Ottensmeier in Führung. In der Klasse II lagen im Brutto die Teams Jeremy Smith mit Marcel Hoffmann, Christian Kern und Volker Vornbäumen und Andrew Clark schlaggleich an der Spitze, im Netto führte das Team um Titelverteidiger Fabian Ochse mit zwei Schlägen knapp vor dem Team Andrew Clark.

Gut gelaunt am 1. Abschlag (v.l.): Der Titelverteidiger im Brutto mit Maximilian Lünne, Rick Kadge, Tony Kadge und Owen Borchhardt
Dann kam die vierte und finale Runde, die wieder im El Gouna Golf Resort gespielt wurde. Es sollte ein Tag werden, der unter dem alten Golfmotto stand: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.
In der Brutto-Wertung der Klasse II brachte das Team um Jeremy Smith eine 70er Runde ins Clubhaus, während dem bis dahin schlaggleichen Quartett um Andrew Clark nur eine 73er Runde gelang, was zur ersten Entscheidung führte. Denn somit ging der Sieg in dieser Kategorie an das Team von Jeremy Smith.
Im Netto drehten die Titelverteidiger der Gesamt-Netto-Wertung noch einmal so richtig auf. Mit einer 51er Nettorunde gelang es ihnen, ihren Vorsprung von zwei auf eindrucksvolle sieben Schläge auszubauen und souverän ihren Titel zu verteidigen. Das 1. Netto der Klasse II und der Gesamtnetto-Wanderpreis ging erneut an das Team um Fabian Ochse. Somit setzten sich in dieser Klasse wieder die schon vor dem Turnier hoch gehandelten Favoriten durch.
In der Klasse I kam fast alles anders als gedacht. In der Netto-Wertung erwischte das souverän führende Team um Joachim Wittmann mit Michael Vornbäumen, Karl-Heinz Viet und Thomas Disch einen rabenschwarzen Tag und spielte lediglich eine 76er Brutto-Runde, was einer 66er Nettorunde entsprach. Damit rutschte die Mannschaft noch auf den dritten Rang in der Netto-Wertung. Das Team um Ralf Berhorst war mit drei Schlägen Vorsprung im Clubhaus und wähnte sich schon als Netto-Sieger. Doch dem Team um Stefan Müller mit Sandra Müller, André Tüffers und Dirk Küßner, das nach einer geteilten Führung am ersten Tag auf den letzten Platz in Klasse I gerutscht war, gelang an einen Traumtag einfach alles, spielte eine Brutto-Runde von brillanten 61 Schlägen, was einer Netto „53“ entsprach, und überholte somit von hinten das ganze Feld und errang mit zwei Schlägen Vorsprung den Sieg in der Nettowertung.

Hatten sich mehr erhofft (v.l.): Michael Vornbäumen, Thomas Disch, Karl-Heinz Viet und Pro Joachim Wittmann
Bei der Brutto-Wertung in der Klasse I und somit auch bei der Wertung um den begehrten Wanderpokal ging es nur noch um die Teams mit Klaus-Peter Vollrath und Rick Kadge. Das Team Rick Kadge ging mit einem Vorsprung von zwei Schlägen als Erstes auf die Runde und brachte eine „67“ ins Clubhaus. Das Team Klaus-Peter Vollrath spielte direkt dahinter und konnte eine „65“ dagegen halten. Somit gab es nach 72 Löchern noch keinen Sieger, denn beide Teams hatten je insgesamt 271 Schläge auf dem Leaderboard stehen.
Somit musste erstmals in der Brutto-Wertung ein Stechen ausgetragen werden, Die beiden Teams gingen gemeinsam auf den ersten Abschlag und brachten ihre Abschläge souverän auf die Bahn. Das Team Klaus-Peter Vollrath, im letzten Jahr hoch gehandelt aber letztlich nur Dritter, schlug den Ball zuerst ins Grün und platzierte ihn knapp 1,5 m von der Fahne entfernt. Danach konterte das Team Rick Kadge und legte den Ball nur wenige Zentimeter weiter vom Loch entfernt ab. Somit lag da Recht des ersten Putts bei diesem Team. Direkt der erste Putt, von Owen Borchhardt gespielt, sah wie sicher im Loch aus, doch er machte eine 260° Drehung und kam wieder raus. Die beiden anderen Putts wollten auch nicht ins Loch. Also „nur“ Par! Nun war das Team Klaus-Peter Vollrath dran. Der erste Putt rollte sicher Richtung Loch, aber rein wollte er nicht. Dann war Gary Klaft an der Reihe – er versenkte den Putt souverän mitten im Loch, wodurch das Team Klaus-Peter Vollrath ein Birdie erzielt und sich den Titel im Stechen am ersten Extraloch geholt hatte.
Am Abend gab es dann direkt am Pool unter sternenklarem Himmel noch ein
sehr köstliches Dinner, in dessen Rahmen dann auch die Siegerehrung
stattfand.
Am nächsten Morgen ging es dann auf die Heimreise ins deutlich kühlere Deutschland. Auf dem Weg dorthin musste noch das Abenteuer Hurgada-Airport überstanden werden, ein Abendteuer, das man nicht beschreiben kann, sondern einfach mal selber überlebt haben muss.
In diesem Sinne sind alle schon in freudiger Erwartung auf das 2010 Pro
Am 2010.
Endergebnisse:
Brutto-Wertung Klasse I
1. Team Klaus-Peter Vollrath mit Dr. Gary Klaft, Helmut Rosbach, Dirk
Kemmer 271 Schläge nach Stechen
2. Team Rick Kadge mit Owen Borchhardt, Max Lünne, Tony Kadge 271Schläge
3. Ralf Berhorst mit Alexander Nowiczki, Arnim Kunzenbacher, Christian
Ottensmeier 276 Schl.
4. Stefan Müller mit Sandra Müller, André Tüffers,
Dirk Küßner 278 Schläge
5. Joachim Wittmann mit Michael Vornbäumen, Karl-Heinz Viet, Thomas
Disch 287 Schläge
Klasse II
1. Jeremy Smith mit Marcel Hoffmann, Christian Kern, Volker Vornbäumen
291 Schläge
2. Andrew Clark mit Annette und Burkhardt Wolters, Janna Panne 294 Schläge
3. Fabian Ochse mit Cordt Rathert, Nicole Hartmann-Rathert, Ekkehard Stier
303 Schläge
4. Oliver Pannhorst mit Klaus Wittmann, Matthias und Sandra Klein 310
Schläge
5. Patrick Hensel mit Reinhold Müller, Colette Nolden, Sigrid Paatzch
322 Schläge

Nach einer Traumrunde noch auf Platz 1 der Nettowertung (v.l.): André Tüffers, Sandra Müller, Dirk Küßner und Pro Stefan Müller

Den Gesamt-Nettopokal in sicheren Händen (v.l.): Cordt Rathert, Nicole Hartmann-Rathert, Ekkehard Stier und Pro Fabian Ochse

Noch wussten sie nichts vom Sieg (v.l.): Dr. Gary Klaft, Dirk Kemmer, Helmut Rosbach und Pro Klaus-Peter Vollrath